Ledger Nano S Wallet Test – Beste Hardware Wallet

Veröffentlicht: 20. Februar 2018 Von CoinCoach

Die Ledger Nano S Hardware Wallet ist eine der beliebtesten ihrer Art. Im Vergleich zur Trezor Wallet, dem Bitcoin Stick und der Digital Box unterstützt der Ledger die meisten Coins. Angesichts der Tatsache, das insbesondere Altcoins immer beliebter werden, ein entscheidender Vorteil.

Was ist die Ledger Nano S Wallet?

Der “Ledger”, wie man den USB Stick auch nennt, ist hardwarebasierte Bitcoin- & Altcoin-Wallet. Der entscheidende Vorteil der Hardware Wallet ist die hohe Sicherheit. Es handelt sich um eine sogenannte “Cold Wallet”, die erst aktiviert wird, wenn sie mit einem Micro-USB-Kabel am PC verbunden wird. Geschützt von einem selbstgewählten 8-stelligen PIN, schützt die Wallet den Private Key auf einem internen Chip. Somit ist die Wallet nicht über Viren oder Malware angreifbar. Dazu muss jede Transaktion über die Tasten auf dem Ledger bestätigt werden. Unbeabsichtigte Transaktionen gehören somit der Vergangenheit an.

Der Ledger basiert auf BOLOS (Blockchain Open Ledger Operating System). BOLOS ist ein Framework zum Erstellen von Quellcode für Anwendungen auf portablen Geräten. Das Framework garantiert, dass neu installierte Anwendungen völlig isoliert laufen und keinen Zugriff auf andere Anwendungen haben. Ein Stehlen von Coins aus einer anderen Wallet/Anwendung ist somit nicht möglich.

 

Die Systemvoraussetzungen für den Ledger Nano

Der Ledger Nano S ist mit den gängigen Betriebssystemen kompatibel:

  • Windows (7+)
  • Mac (10.8+)
  • Linux
  • und Chrome OS.

Voraussetzung bei allen Betriebssystemen ist ein installierter Google Chrome Browser. Um die Hardware zu verbinden, wird außerdem ein USB-Port vorausgesetzt. Weitere Anforderungen bestehen nicht. Damit sollte das Hardware-Wallet von Ledger wirklich für jeden geeignet sein.

Verkauf und Verpackung?

Den Ledger könnt Ihr über die firmeneigene Homepage bestellen. Auch Amazon hat den Stick inzwischen im Portfolio aufgenommen. Beim Kauf von gebrauchten Sticks ist darauf zu achten, dass dieser zurückgesetzt ist. Dazu könnt Ihr theoretisch den PIN 3 Mal falsch eingeben. Der Sicherheitsmechanismus sorgt für den Rest. Einmal zurückgesetzt müsst Ihr einen neuen Privatekey bestehend aus 24 Wörtern eingeben. Sofern Ihr diesen sogenannten Recovery Seed besitzt, könnt Ihr alle Wallets und die darauf befindlichen Coins wiederherstellen. Das ist selbst dann möglich, wenn die Hardware-Wallet zerstört wird oder verloren gehen sollte.

In der Verpackung befinden sich folgende Produkte:

  • Ledger Nano S USB Stick
  • Recovery Sheet Notizblock
  • Schnellstart Anleitung
  • Micro-USB-Kabel
  • Ein Ring, Halsband und Schlüsselband

 

Erstes einrichten

Die beigelegte Schnellstart Anleitung verweist eigentlich nur auf die Webseite start.ledgerwallet.com. Das ist nicht als Negativpunkt aufzufassen. Einmal aufgerufen, wird die Einrichtung Step by Step erläutert. Kleine Videos helfen bei offenen Fragen.

Im ersten Schritt muss der Stick via USB-Port oder Powerbank mit Strom versorgt werden. Danach entscheidet Ihr, ob Ihr eine neue oder bestehende Wallet einrichten möchtet. Im Folgenden beschreibe ich die Einrichtung einer neuen Wallet. Der PIN Code ist die wichtigste Schutzmaßnahme und besteht 8 Zahlen. Da es sich hierbei um die Sicherung eines Finanzdepots handelt, solltet Ihr eine entsprechend sichere Kombination wählen. Ist der PIN gesetzt, muss nun der Recovery Seed bestehend aus 24 Wörtern gesetzt werden. Nehmt dazu willkürlich angeordnete Wörter und verzichtet und zusammenhängenden und sinnhafte Sätze. Ist auch der Recovery Seed gesetzt, ist der Stick einsatzbereit.

Fazit: Leichter geht es kaum. Ein PIN, eine 24-Wörter-Kombination und schon ist die Wallet einrichtet. Auch bei Defekt oder Verlust wird eine absolute Sicherheit gewährleistet. Durch den Recovery Seed kann der Inhalt des Sticks jederzeit wiederhergestellt werden.

 

Ledger Manager und Ledger Wallet installieren!

Um mit dem Ledger zu interagieren, müsst Ihr den Google Chrome Browser sowie bestimmte Extensions installieren.

Ledger Manager = Hier verwaltet Ihr die einzelnen Coins und Applikationen, die Ihr auf dem Ledger Nano installieren könnt. Da der Ledger nur 320KB an Flash Speicher hat, können zwischen 2-4 Coins gleichzeitig auf dem Stick installiert werden. Das Besondere daran: Ihr könnt jede Applikation gefahrlos löschen. Die Coins sind nicht auf dem Stick selbst, sondern in der Blockchain hinterlegt. Der Stick hilft lediglich bei der Verwaltung.

Bitcoin / Ethereum / Ripple Wallet = Diese drei Wallet gibt es als eigenständige Extensions für Chrome oder im Fall von Ripple, direkt als eigenes Programm. Da die meisten Coins & Altcoins mit Bitcoin oder Ethereum kompatibel sind, können diese über diese drei Wallets verwaltet werden. Viele werden sich wundern, dass es nicht für jeden Coin eine eigene Wallet gibt. Der Unterschied wird rechts oben in der Ecke angezeigt, wenn in der Bitcoin Wallet zum Beispiel Dogecoin oder Litecoin steht.

Alternative Wallets = Nicht alle Coins werden mit den Chrome Externsions von Ledger verwaltet. Manche Coins nutzen den Ledger nur als “Schlüssel”, der Zugriff auf deren eigene Wallets gewährt. Bei Ark muss man sich die offizielle Ark Wallet herunterladen und bei Stellar Lumen wird der Ledger als Schlüssel für deren Web Wallet genutzt.

Ledger Manager

Schließt Ihr den Ledger an den PC an und installiert die Chrome Extension “Ledger Manager”, könnt Ihr mit einem Klick verschiedene Coins auf den Ledger installieren. Dazu bestätigt Ihr den Download mit dem Pfeil nach unten und löscht den Coin mit dem Papierkorb. Auf den Ledger passen in der Regel 2-4 Coins. Solltet Ihr einen Coins aktuell nicht benötigen, lässt sich dieser vom Stick löschen und durch einen anderen ersetzen. Keine Sorge, die Coins bleiben dabei immer in der Wallet.

Ledger Bitcoin / Ethereum / Ripple Wallet

Die Installation der Chrome Externsions ist schnell erledigt. In der Regel öffnet Ihr auf dem Ledger den gewünschten Coin und bestätigt diesen mit den zwei Tasten. Im Display sollte nun “Use wallet to view accounts” zu sehen sein. Öffnet nun die Chrome Externsion oder die Ripple App. Der Ledger sollte sich nun synchronisieren. Ist dies geschehen wirddie Wallet entsperrt. Bitte beachtet dabei, das nur eine Extension zugleich geöffnet werden kann.

Mein Tipp: Schaut Euch vorher auf https://www.ledgerwallet.com/cryptocurrencies die einzelnen Coins an und klickt dort auf Documentation. Diese führen zu kleinen Beschreibungen die erklären, wie man mit der Wallet und dem Coin umgehen kann. Denn manche Coins benötigen Schreibrechte, die man im Ledger aktivieren muss.

Fazit: Die Installation ist im Endeffekt sehr einfach. Anfangs kann der Wechsel zwischen Manager und Wallets leicht verwirrend sein. Nach einer kurzen EInarbeitungsphase jedoch ist das kein Problem mehr. Der Ledger Nano ist eine gute Wahl für all jene, die Coins länger halten wollen und nicht täglich traden.

 

Wallets Bedienung / Versenden / Empfangen von Coins

Die Wallets der einzelnen Coins werden im Regelfall alle mit der Bitcoin Wallet geöffnet. Welcher Coin tatsächlich ausgewählt ist, ist in der rechten oberen Ecke zu sehen.

Die Funktionen:

Übersicht = Hier ist eine Auflistung der Transaktionen sowie eine Übersicht über die aktuellen Coins im Account zu finden. Natürlich könnt Ihr bei Bedarf auf mehrere Accounts erstellen. Insbesondere bei der Trennung von beruflichen und privaten Wallets ist das sehr sinnvoll. Ebenfalls praktisch ist die Angabe des Gegenwerts in USD.

Senden = Hier sind die verfügbaren Coins angezeigt. Zudem könnt Ihr die Adresse des Empfängers eingeben und sogar die Gebühren (Fee) bestimmen. Schön ist auch die Auswahl zwischen 3 Vorgaben (schnell, normal, langsam). Sogar die Fee selbst kann angepasst werden. Ein besonderes Sicherheitsfeature ist die Anzeige auf dem Ledger und die Abfrage, ob die beiden Adresse gleich sind sowie deren Bestätigung. Somit verhindert Ihr, dass jemand die Daten zwischen dem Ledger und dem PC verändert.

Erhalten = In der Übersicht wird die eigene Adresse in Textform und als QR-Code angezeigt. Beide könnt Ihr praktischerweise von dir aus direkt via Mail versenden oder ausdrucken lassen. Ein besonderes Sicherheitsfeature ist die Anzeige auf dem Ledger und die Abfrage, ob die beiden Adresse gleich sind und sowie Bestätigung. Somit wird verhindert, dass jemand die Daten zwischen Ledger und PC verändert.

Einstellungen = Hier sind allgemeine Einstellungen zu finden. Beispielsweise lässt sich die Sprache ändern, die Anzeige in Euro wechseln oder standardisierte Transaktionsgebühren festlegen.

Fazit: Die Wallets sind sehr übersichtlich gestaltet. Man gelangt mit einem Klick zu allen wichtigen Funktionen. Die Sicherheitsabfrage der Adresse verhindert dabei, dass die Coins an die falsche Adresse gesendet werden und schützt zugleich vor Fälschungen der Adresse.

 

MyEtherWallet / Ark / Stellar mit dem Ledger als Schlüssel

Wie schon vorher erwähnt gibt es noch Coins, die nicht über die Ledger Wallet bedient werden. Darunter zählen zum Beispiel Ark und Stellar Lumen. Diese nutzen eigene Lösungen, bei denen der Ledger als Schlüssel dient. Ich habe beide ausprobiert. Bevor Ihr diese einrichtet, solltet Ihr Euch die Dokumentation auf https://www.ledgerwallet.com/cryptocurrencies durchlesen. Manche davon setzen eine Aktivierung des “Browser support” bei Ledger voraus, wodurch Zugriff auf den Browser gewährt wird. Der Ledger kann nun den Key ausfüllen. Keylogger und Malware Programme, die den Bildschirm aufzeichnen haben dabei keine Chance.  

Selbiges gilt für MyEtherWallet. Wie viele von Euch wissen, ist MyEtherWallet ein Open Source Portal, welches Euch Zugriff auf die Ether Blockchain und alle ERC20 Tokens gibt. Erstellt Ihr einen Account mit dem Ledger, haben auch hier Malware und Keylogger keine Gelegenheit zum Diebstahl. Das Vorgehen ist sehr einfach: Installiert Ethereum als Applikation auf dem Ledger, geht auf MyEtherWallet und klickt auf “Ledger Wallet” als Zugangsmethode.

Was Ihr dann alles auswählen müsst, erfahrt Ihr in der Dokumentation auf https://support.ledgerwallet.com/hc/en-us/articles/115005200009-How-to-use-MyEtherWallet-with-Ledger

Im Grunde bekommt Ihr dann 5 ETH Adressen zugewiesen, könnte aber jederzeit weitere erstellen. Dorthin könnt Ihr Ethereum oder jeden andere kompatiblen ERC20 Token senden.

 

FAZIT:

Möglicherweise werden sich viele User folgende Frage stellen: “Brauch ich so eine Hardware Wallet überhaupt”? Bei einem Preis um die 90€ eine sehr begründete Frage. Natürlich lassen sich auch Paper Wallets erstellen (LINK), die wirklich die sicherste Art der Aufbewahrung darstellen. Doch das Wiederherstellen ist oft kompliziert und aufwendig. Viele User haben Ihre Coins auch auf Börsen, um täglich agil zu sein und zu traden. Für diese Personen kommt eine Hardware Wallet ebenfalls nicht in Frage.  

Wiederum andere Personen bewahren ihre Coins auf der Desktop oder Smartphone Wallet auf. Hier besteht allerdings die Gefahr eines Virus oder von Malware. Auch wenn das Risiko bei gewissenhafter Pflege gering ist, ist sie dennoch existent.  

Der Ledge Nano S USB Stick bietet eine Kombination aus einfacher Handhabung und extrem hoher Sicherheit. Er unterstützt jetzt schon sehr viele Coins und weitere sollen dazukommen. Viele davon lassen sich über die praktische Chrome Extension “Bitcoin Wallet” handhaben. Nur für ein paar wenige muss eine externe Wallets genutzt werden. Ein großer Nachteil hingegen ist die begrenzte Speichergröße von 320KB. Lediglich 2 bis 4 Coin Applikationen lassen sich so gleichzeitig auf dem Ledger betreiben. Der Ledger Blue bietet 480 kb Speicher, wodurch rund 8 bis 10 Coins zugleich verwaltet werden können. Dieser “Luxus” ist jedoch entsprechend teuer bei der Anschaffung.

Für mich ist der Ledger eine absolute Kaufempfehlung für User, die Ihre Coins gerne Hodln. Einfach auf den Ledger laden, ab damit in die Schublade oder in ein Schließfach. Bevor Ihr einen Kauf in Erwägung zieht, solltet Ihr Euch jedoch mit der Liste der unterstützten Coins vertraut machen.